offene-beziehung-dritte-person

Offene Beziehung & dritte Person in eurer Beziehung: Wie gehst du damit um?

Offene Beziehungen sind längst kein Randphänomen mehr. Immer mehr Paare in Deutschland fragen sich, wie sie ihr Liebesleben so gestalten können, dass es zu ihren Bedürfnissen passt. Eine offene Beziehung mit einer dritten Person gehört dabei zu den Beziehungsmodellen, die im Alltag oft weniger chaotisch aussehen, als viele Zeitschriften oder Gerüchte vermuten lassen. Trotzdem bringt die Konstellation drei Beteiligte ins Spiel – und damit neue Dynamiken, Erwartungen und Fragen.

In diesem Ratgeber bekommst du einen klaren Überblick darüber, wie solche Beziehungen funktionieren können, welche Dinge du vorher klärst und wie du mit Themen wie Eifersucht, Grenzen, Verantwortung oder Privatsphäre umgehst. Alles praxisnah, locker und ohne unnötige Theorie.

Was bedeutet eine offene Beziehung mit einer dritten Person eigentlich konkret?

Eine offene Beziehung mit einer dritten Person bedeutet, dass du und dein Freund oder deine Freundin weiterhin ein Paar seid, aber zusätzlich Raum für einen weiteren Sexualpartner oder eine andere Form von Verbindung entsteht. Die dritte Person ergänzt euer Modell, ersetzt aber eure Partnerschaft nicht.

Im Alltag heißt das: Ihr lebt weiterhin eure Beziehung, habt aber die Möglichkeit, jemanden anderen zu treffen. Das kann von gelegentlichem Sex bis hin zu einer lockeren, wiederkehrenden Form von Kontakt reichen. Manche Paare bewegen sich damit an der Grenze zwischen offener Beziehung, Polyamorie und Polygamie, ohne diese Begriffe streng anwenden zu müssen.

Typisch ist, dass Paare die offene Beziehungsform als Konzept verstehen, das flexibel sein darf. Es geht nicht darum, Regeln aus Büchern zu übernehmen, sondern die Form zu finden, die zu euch und euren Bedürfnissen passt.

Typische Konstellationen

  • Ein Paar öffnet die Beziehung für gelegentliche sexuelle Treffen.
  • Eine dritte Person wird regelmäßiger Teil des Liebeslebens.
  • Beide haben die Option auf Sexualpartner außerhalb des Alltags, aber nicht auf parallele Liebesbeziehungen.
  • Polyamorie-ähnliche Modelle, bei denen Gefühle eine größere Rolle spielen können.

Für viele Menschen ist nicht der Begriff entscheidend, sondern die Realität: Wie gut funktioniert es im Alltag, und wie stabil ist eure Basis?

Wann funktioniert eine offene Beziehung – und wann wird die dritte Person zum Problem?

Eine offene Beziehung funktioniert dann zuverlässig, wenn ihr stabile Absprachen habt, ein faires Gleichgewicht zwischen beiden Partnern herrscht und keine Seite heimlich eigene Regeln schreibt.

Offene Beziehungen scheitern selten an der dritten Person. Sie scheitern eher an Erwartungen, die nie ausgesprochen wurden oder an stillen Hoffnungen, die keiner kennt. Wenn jemand denkt, dass die offene Beziehung automatisch mehr Freiheit bedeutet, während die andere Seite vor allem Sicherheit braucht, entsteht schnell ein Ungleichgewicht.

Eifersucht spielt hier eine Rolle, aber sie ist nicht automatisch ein Problem. Viele Menschen erleben sie zunächst im Bauch, oft ausgelöst durch Unsicherheit oder den Vergleich mit anderen. Echte Schwierigkeiten entstehen erst, wenn niemand darüber spricht oder wenn eine Affäre entsteht, die gegen gemeinsame Regeln verstößt.

Auch praktische Themen können Stress erzeugen: unklare Zeitfenster, fehlende Privatsphäre, ein enger Freundeskreis, der alles kommentiert, oder die Erwartung, dass immer alle zufrieden sein müssen.

Typische Frühwarnsignale

  • Treffen finden heimlich statt oder wirken plötzlich nicht mehr transparent.
  • Die dritte Person bekommt deutlich mehr Aufmerksamkeit als ursprünglich besprochen.
  • Einer von euch fühlt sich im Hintergrund, während der andere aufblüht.
  • Eifersucht wird ignoriert, statt gemeinsam besprochen zu werden.
  • Grenzen werden ständig neu ausgelegt, ohne dass ihr euch darauf einigt.

Eine offene Beziehung braucht nicht viele Regeln, aber sie braucht welche, die funktionieren. Sobald eine Seite das Gefühl hat, dass sie weniger zählt, wird die dritte Person automatisch zum Problem – auch wenn diese Person selbst gar nichts dafür kann.

Wie klärst du Erwartungen und Grenzen, ohne dass es künstlich wirkt?

Viele Paare denken zuerst an feste Regeln, aber in der Realität funktionieren flexible Leitlinien besser. Wichtig ist, dass die Gespräche nicht erst anfangen, wenn die Situation bereits brennt. Ein früher Austausch nimmt Druck raus und sorgt dafür, dass Dinge nicht als Vorwürfe landen.

Zu den Themen, die Paare oft klären, gehören praktische Punkte wie Zeit, Ort oder der Umgang mit Privatsphäre. Es geht weniger darum, jede Kleinigkeit festzulegen, sondern um eine Basis, auf der beide entspannt weitergehen können. Experten weisen oft darauf hin, dass Gespräche über Bedürfnisse wirkungsvoller sind als Debatten darüber, wer was darf.

Kläre auch, wie viel die dritte Person eigentlich wissen soll. Manche Paare möchten klare Abgrenzungen, andere bevorzugen offene Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Fragen, die ihr klären könnt

  • Wann sind Treffen mit der dritten Person für euch okay?
  • Welche Informationen wollt ihr einander geben?
  • Welche Formen von Sex sind erlaubt?
  • Wie geht ihr mit spontanen Situationen um?
  • Was passiert, wenn Gefühle im Spiel sind?
  • Gibt es Orte, die privat bleiben sollen, etwa euer gemeinsames Bett?

Je unaufgeregter solche Gespräche wirken, desto natürlicher fühlt sich die offene Beziehung später an.

Wie gehst du mit Eifersucht um, wenn jemand Drittes ins Spiel kommt?

Eifersucht ist ein normales Gefühl, aber sie muss nicht bestimmen, wie ihr miteinander umgeht. Fast alle Paare erleben Eifersucht, wenn eine dritte Person Teil einer offenen Beziehung wird. Das hat weniger mit mangelnder Treue zu tun, sondern oft mit Unsicherheit, der Angst, ersetzt zu werden oder dem Vergleich mit anderen Menschen. Eifersucht zeigt sich bei vielen erst als Druck im Bauch oder als schneller Gedanke wie: „Was, wenn er sie aufregender findet?“

Der Schlüssel liegt darin, Eifersucht nicht zu verurteilen, sondern einzuordnen. Manchmal signalisiert sie ein unausgesprochenes Bedürfnis: mehr Transparenz, mehr Absprachen, ein Gefühl von Stabilität oder einfach mehr Überblick über die Situation.

Aus Sicht der Praxis hilft es, zwischen zwei Arten zu unterscheiden: Eifersucht, die aus echten Problemen entsteht, und Eifersucht, die nur aus alten Mustern kommt. Bei echten Problemen geht es oft um unklare Regeln, mangelnde Kommunikation oder eine Affäre, die gegen Absprachen verstößt. Bei alten Mustern reichen manchmal ein paar ehrliche Gespräche, um wieder Ruhe reinzubringen.

Alltagstricks gegen Eifersucht

  • Benenne, was dich genau stört, statt nur zu sagen, dass du eifersüchtig bist.
  • Erinnerung: Die dritte Person ist kein Ersatz für dich, sondern Teil eines vereinbarten Modells.
  • Halte die Absprachen übersichtlich, statt ständig neue Regeln zu erfinden.
  • Plant bewusst Zeit nur für euch als Paar ein.
  • Vermeide Vergleiche, die nur Vorstellungen sind und nichts mit der Realität zu tun haben.

Oft entspannt sich die Situation, sobald klar ist, woher das Gefühl kommt.

Welche Rolle spielt die dritte Person – und welche Verantwortung trägt sie?

Die dritte Person ist Teil der Dynamik, aber sie trägt nicht die Verantwortung für eure Partnerschaft. Ihr Einfluss entsteht durch eure Regeln, nicht durch ihre Position.

In offenen Beziehungen gibt es oft Missverständnisse darüber, was eine dritte Person darf, soll oder wissen muss. Viele Menschen erwarten instinktiv, dass die Verantwortung bei ihr liegt – zum Beispiel, dass sie Rücksicht nimmt oder automatisch versteht, wie ihr Paar funktioniert. Aber die Basis entsteht immer zwischen dir und deinem Partner oder deiner Partnerin. Die dritte Person bewegt sich nur innerhalb der Strukturen, die ihr vereinbart habt.

Wenn jemand neu dazu kommt, ist das für ihn oder sie oft ebenso ungewohnt wie für euch. Manche fühlen sich unsicher, weil sie nicht wissen, wie viel Nähe angebracht ist, wie verbindlich alles wirkt oder ob die Absprachen klar sind. Andere sind sehr selbstständig und wünschen sich nur transparente Regeln.

Am Ende funktioniert die Dynamik dann besonders gut, wenn die dritte Person weiß, woran sie ist, ohne dass sie jedes Detail eurer Beziehung kennen muss. Wichtig ist, dass sie nicht in eine Rolle gedrängt wird, die sie gar nicht tragen kann – zum Beispiel als Beschwichtigerin, Ventil oder stille Beobachterin.

Do’s & Don’ts für die dritte Person

  • Respektiere die Absprachen des Paares, ohne sie zu bewerten.
  • Stelle Rückfragen, wenn etwas unklar ist.
  • Erwische dich nicht dabei, ungewollt die Hauptrolle übernehmen zu wollen.
  • Vermeide Situationen, in denen jemand überrumpelt wird.
  • Erzwinge keine emotionalen Themen, die du nicht tragen möchtest.
  • Versuche nicht, Konflikte zwischen den anderen beiden zu lösen.

Die dritte Person kann eine positive Ergänzung sein, wenn sie klar weiß, wie der Rahmen aussieht. Diese Klarheit entsteht aber durch euch – nicht durch Vermutungen.

Wie organisierst du Treffen, Alltag und Privatsphäre, ohne dass es stressig wird?

Mit klaren Zeitfenstern, guten Absprachen und realistischen Erwartungen wird eine offene Beziehung leichter planbar, als viele denken.

Offene Beziehungen scheitern seltener an großen Gefühlen, sondern häufiger an kleinen organisatorischen Dingen. Treffen, Zeiten, Abläufe, Schlafsituationen, Haushaltsaufgaben – vieles klingt banal, wirkt aber je nach Alltag schnell belastend, wenn es nicht besprochen wurde.

Ein häufiger Fehler ist, zu glauben, dass alles spontan laufen muss, weil sonst der „freie Charakter“ der offenen Beziehung verloren geht. Doch gerade spontane Situationen sorgen oft für Stress, wenn Erwartungen auseinandergehen. Struktur ist kein Kontrollinstrument, sondern ein Weg, allen Beteiligten Raum zu lassen.

Wichtig ist auch, die Privatsphäre des Paares nicht aufzugeben. Das gemeinsame Bett, ein Abend nur für euch oder eine Aktivität, die euch verbindet, gehören zu jeder stabilen Partnerschaft. Die offene Beziehung erweitert eure Optionen, aber sie ersetzt eure Basis nicht.

Treffen mit der dritten Person können entspannt funktionieren, wenn alle wissen, was üblich ist. Manche Paare bevorzugen klare Zeitfenster, andere lassen Raum für Flexibilität. Probleme entstehen meist dann, wenn jemand denkt, es gäbe automatisch mehr Freiheit als vereinbart wurde.

Strukturideen für den Alltag

  • Öffnet bestimmte Wochentage für Treffen mit anderen Menschen.
  • Vereinbart einen Zeitraum, in dem spontane Treffen möglich sind, aber nicht zu spät abends beginnen.
  • Klärt, welche Räume privat bleiben, zum Beispiel Schlafzimmer oder Arbeitszimmer.
  • Plant bewusste Paarzeit ein, damit eure Verbindung nicht nur im Alltag stattfindet.
  • Vereinbart, wie ihr mit Party-Nächten, Ausflügen oder ungeplanten Situationen umgeht.

Wenn solche organisatorischen Dinge entspannt laufen, bleibt die offene Beziehung eine Bereicherung und kein logistisches Problem.

Was tun, wenn etwas kippt – und wie findest du wieder Stabilität?

Offene Beziehungen funktionieren gut, solange ihre Grundidee eingehalten wird: gegenseitige Verantwortung, klare Regeln und genug Raum für alle Beteiligten. Doch jede Form von Beziehung – ob monogam, polyamor oder offen – kann an Punkte kommen, an denen etwas kippt. Das bedeutet nicht, dass das Modell ungeeignet ist, sondern dass eine Anpassung nötig wird.

Ein typischer Moment ist, wenn jemand merkt, dass er oder sie sich verliebt. Das kann passieren, muss aber nicht automatisch ein Drama auslösen. Du kannst prüfen, ob die Verliebtheit eine ernsthafte Bedeutung hat oder eher eine Folge der neuen Situation ist. Viele Menschen spüren anfangs ein Hochgefühl, das sich später wieder einpendelt. Andere merken, dass eine der Personen im System mehr Raum bekommt, als ursprünglich geplant war.

Ein weiterer kritischer Punkt ist Fremdgehen. Ja, auch in offenen Beziehungen kann es Fremdgehen geben – nämlich dann, wenn vereinbarte Grenzen bewusst verletzt werden. Eine Affäre entsteht nicht durch die dritte Person, sondern durch gebrochene Absprachen.

Wenn du merkst, dass du den Überblick verlierst oder dich ein Problem überrollt, hilft es, konkrete Informationen zu sammeln, statt nur über Sorgen nachzudenken. Was genau ist passiert? Welche Regeln wurden verletzt? Was brauchst du jetzt persönlich? Welche Verantwortung trägt dein Partner, und welche trägst du?

Schritte, um zurück in den Überblick zu kommen

  • Beschreibe die Situation sachlich: Was ist wirklich passiert, was ist Interpretation?
  • Sprich gezielt über die Punkte, die dir fehlen: Zeit, Stabilität, Absprache, Transparenz.
  • Hole dir konkrete Antworten statt offene Versprechen.
  • Lege fest, welche Regeln angepasst werden müssen.
  • Überlege, ob das Modell an sich das Problem ist oder nur einzelne Umstände.
  • Entscheide gemeinsam, wie ihr weitergeht und welche Optionen ihr nutzen wollt.

Auch wenn es sich im Moment chaotisch anfühlt, lassen sich viele Situationen klären, wenn du den Blick wieder auf das legst, was wichtig ist: eure Basis und eure gegenseitige Verantwortung.

Wie findest du ein Modell, das langfristig zu euch passt?

Beziehungsformen verändern sich. Was für dich mit Mitte zwanzig funktioniert, fühlt sich mit vierzig vielleicht anders an. Manche Paare wählen offene Beziehungen, weil sie mehr Freiheit im Liebesleben möchten. Andere entscheiden sich für Polyamorie, weil sie mehrere Bindungen gleichzeitig leben können. Wieder andere merken nach einigen Monaten, dass Monogamie für sie doch besser funktioniert.

Wichtig ist, dass du verstehst, warum ihr dieses Modell gewählt habt. Geht es um sexuelle Vielfalt, emotionale Vielfalt oder um den Wunsch, Neues auszuprobieren? Nicht alle offenen Beziehungen haben dieselbe Bedeutung. Für manche Menschen ist es eine Erweiterung, für andere ein Weg, Bedürfnisse klarer einzuordnen.

Entscheidungshilfen im Überblick

  • Welche Bedürfnisse sind dir am wichtigsten?
  • Wie viel Struktur brauchst du, damit du dich sicher fühlst?
  • Welche Rolle sollen Sexualpartner außerhalb der Partnerschaft spielen?
  • Was sagt dein Alltag über deine Möglichkeiten aus?
  • Wie gut funktionieren eure Gespräche über schwierige Themen?
  • Gibt es Umstände, unter denen du das Modell sofort anpassen würdest?

Grundsätzlich gilt: Ein gutes Modell ist nicht das, das am modernsten klingt, sondern das, das sich im Alltag trägt.

Wie du dich langfristig wohlfühlst – auch wenn sich euer Modell weiterentwickelt

Offene Beziehungen verändern sich mit der Zeit. Was anfangs spannend wirkt, kann später ruhiger werden. Und was sich zunächst unkompliziert anfühlt, kann durch neue Umstände, Kinder, einen stressigen Job oder eine neue Person komplexer werden. Das ist kein Zeichen von Scheitern, sondern von Realität. Beziehungen entwickeln sich, und damit auch die Art, wie ihr miteinander umgeht.

Wenn du in einer offenen Beziehung lebst, wirst du immer wieder Anpassungen brauchen. Das betrifft nicht nur das Liebesleben, sondern den gesamten Alltag: die Frequenz der Treffen, den Umgang mit Privatsphäre, die Bedeutung neuer Kontakte oder die Frage, wie viel Offenheit du gerade möchtest. Manche Paare erleben Phasen, in denen sie viel experimentieren, gefolgt von Perioden, in denen sie weniger Interesse an anderen Menschen haben. Diese Bewegungen sind normal.

Damit ihr stabil bleibt, hilft es, regelmäßig innezuhalten und ehrlich zu schauen, ob eure Regeln und Absprachen noch funktional sind. Ihr müsst dazu keine stundenlangen Gespräche führen. Oft reicht es, in einfachen Worten zu klären, was sich gut anfühlt und wo es etwas Engpässe gibt.

Auch dein Partner oder deine Partnerin kann Bedürfnisse haben, die sich verändern. Je mehr ihr das in euren Alltag integriert, desto leichter bleibt die Beziehung. Die dritte Person hat wiederum ihre eigene Perspektive: Manche möchten mehr Verbindlichkeit, andere weniger. All diese Stimmen spielen eine Rolle, ohne dass jemand die Kontrolle verliert.

Dinge, die du regelmäßig prüfen kannst

  • Fühlt sich eure Beziehungsform noch passend an?
  • Hast du das Gefühl, dass ihr beide gleich viel Raum bekommt?
  • Gibt es jemanden, der mehr Energie investiert als geplant?
  • Fühlt sich das Konzept der offenen Beziehung für dich weiterhin richtig an?
  • Gibt es Situationen, in denen die Absprachen nicht mehr zur Realität passen?

Eine offene Beziehung funktioniert am besten, wenn du auf Veränderungen nicht nur reagierst, sondern sie aktiv gestaltest.

Wie du mit äußeren Einflüssen umgehst – Freundeskreis, Erwartungen und Gesellschaft

Viele Paare stellen fest, dass nicht die offene Beziehung selbst herausfordernd ist, sondern die Reaktionen anderer Menschen. Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen, Familie oder gesellschaftliche Erwartungen können Druck erzeugen – besonders dann, wenn das Beziehungsmodell nicht verstanden wird.

Dein Umfeld muss nicht alles wissen, aber ein paar klare Worte helfen dir selbst dabei, sicher zu bleiben. Manche erzählen offen davon, andere halten es bewusst privat. Beide Wege sind in Ordnung. Eine offene Beziehung braucht keine Bühne. Sie braucht nur Stabilität innerhalb der beteiligten Personen.

Auch mediale Bilder – etwa Berichte über Prominente oder Artikel, die offene Beziehungen mit extremer Freiheit oder Chaos verbinden – geben manchmal ein verzerrtes Bild ab. Viele Modelle funktionieren im Alltag ruhiger, strukturiert und deutlich unspektakulärer, als man vermuten würde.

Die Beispiele aus der Philosophie, wie die oft erwähnten Beziehungen von Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre, zeigen nur eines: Menschen haben immer schon unterschiedliche Wege gefunden, Liebe und Partnerschaft zu leben. Du musst dich daran nicht orientieren, aber es kann helfen zu wissen, dass Vielfalt in Liebesbeziehungen nicht neu ist.

Wie du äußeren Einflüssen den Druck nimmst

  • Erzähle nur das, was du erzählen möchtest.
  • Nutze klare Worte, statt dich zu rechtfertigen.
  • Erkläre keine Details, wenn du sie nicht teilen willst.
  • Trenne deine eigene Realität von Vorurteilen anderer Menschen.
  • Erinnere dich daran, dass niemand eure Partnerschaft bewerten kann außer euch selbst.

Wenn der Freundeskreis oder Bekannte kritisch reagieren, sagt das oft mehr über ihre eigenen Vorstellungen aus als über eure Beziehung.

Warum offene Beziehungen kein Ersatz, sondern eine Erweiterung sein können

Eine offene Beziehung nimmt nichts weg, wenn sie gut funktioniert – sie erweitert Möglichkeiten, ohne eure Verbindung zu ersetzen.

Viele Missverständnisse entstehen, weil Menschen denken, offene Beziehungen seien eine Flucht vor Verantwortung oder ein Zeichen für eine schwache Partnerschaft. In der Realität kann es genau andersherum sein: Paare, die sich bewusst für eine offene Beziehung entscheiden, setzen sich oft intensiver mit ihren Bedürfnissen auseinander als viele monogam lebende Paare.

Eine offene Beziehung bedeutet nicht, dass du deinen Partner oder deine Partnerin weniger liebst. Sie bedeutet auch nicht, dass eure Verbindung weniger wert ist. Sie ist ein Modell, das Raum für mehrere Optionen lässt und eine flexible Nutzung von Bedürfnissen ermöglicht. Die dritte Person ist dabei kein Gegner, sondern ein Teil des Modells – entweder für kurze Zeit oder als wiederkehrender Kontakt.

Das Prinzip dahinter basiert nicht auf Loslassen, sondern auf bewusster Bindung. Wer eine offene Beziehung führt, verlässt sich darauf, dass Absprachen gelten und dass niemand heimlich fremdgeht. Die Regeln, die ihr gemeinsam festlegt, werden oft stabiler gelebt als in Beziehungen, in denen nie über Grenzen gesprochen wird.

Offenheit ist nicht das Gegenteil von Treue. Es ist nur eine andere Form von Treue.

Wie du die offene Beziehung beendest – wenn du das möchtest

Es kann passieren, dass du irgendwann feststellst, dass dir die offene Form nicht mehr entspricht. Vielleicht möchtest du weniger Ablenkung, vielleicht mehr Ruhe, vielleicht sehnst du dich nach einer Phase, in der nur du und dein Partner oder deine Partnerin im Mittelpunkt stehen. Oder du merkst, dass die Gefühle für jemanden anderen stärker geworden sind, als für dich gut ist.

Du darfst eine offene Beziehung jederzeit anpassen oder beenden, ohne dich rechtfertigen zu müssen. Ein Modell ist kein Vertrag auf Lebenszeit. Es ist eine Form, die euch im Moment dienen soll.

Eine offene Beziehung zu schließen funktioniert gut, wenn du transparent machst, warum du das möchtest. Wichtig ist, dass du nicht abrupt alles kappst, sondern Übergänge schaffst, damit niemand das Gefühl hat, übergangen zu werden. Auch die dritte Person verdient Klarheit, selbst wenn die Verbindung weniger eng war.

Schritte beim Beenden einer offenen Beziehung

  • Sage klar, dass du eine Veränderung möchtest.
  • Erkläre deine Gründe kurz, aber ohne Vorwürfe.
  • Macht eine Phase mit neuen Absprachen.
  • Schafft Raum für Fragen.
  • Prüft, ob das Modell später wieder geöffnet werden soll.

Eine gute Beziehung ist nicht daran gebunden, ob sie offen oder geschlossen ist – sondern daran, dass sie zu deinem Leben passt.

Fazit: So fühlen sich alle drei Personen in der offenen Beziehung wohl

Eine offene Beziehung mit einer dritten Person kann funktionieren, wenn du sie nicht als Chaos, sondern als bewusstes Beziehungsmodell betrachtest. Sie braucht Struktur, Ehrlichkeit, Verantwortung und eine Basis, die für alle Beteiligten klar ist.

Wenn du weißt, was du willst, und offen darüber sprichst, kann eine offene Beziehung eine Bereicherung sein – nicht nur für dein Liebesleben, sondern auch für deine persönliche Entwicklung. Denn: Eine dritte Person in der Beziehung ersetzt nichts, sie erweitert.

Inhaltsverzeichnis:

Bereit für ein neues Abenteuer?

50.000+ aufregende test Abenteuer sind hier bereits entstanden

ich bin
ich suche

Mit der Registrierung bestätigst du unsere allgemeinen Geschäftsbedingung, Flirthinweise & Datenschutzhinweise

Das könnte für dich auch interessant sein

Wenn du merkst, dass in deiner Beziehung etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist, wirken schon die kleinsten Veränderungen wie ein Schlag in den Magen. Viele Menschen beschreiben die ersten Stunden und Tage nach dem Verdacht wie ein inneres Chaos. Du probierst, deinen Alltag weiterzuführen, aber gleichzeitig kreisen deine Gedanken immer wieder um dieselbe Frage: „Was […]

Frauen kennenlernen wirkt oft komplizierter, als es eigentlich ist. Viele Männer setzen sich selbst unter Druck, weil sie glauben, dass dafür ein bestimmtes Auftreten, besondere Tricks oder das perfekte Leben nötig wären. In Wirklichkeit funktioniert das Kennenlernen am besten, wenn du entspannt bleibst, aktiv wirst und Gelegenheiten erkennst, die längst da sind. Dieser Artikel zeigt […]

Wenn du getrennt bist und wieder datest, läuft vieles anders als früher. Der Grund ist simpel: Dein Alltag dreht sich nicht nur um dich, sondern auch um deine Kinder, deinen Ex Partner, feste Abläufe und Verantwortlichkeiten. Das bedeutet aber nicht, dass Dating kompliziert werden muss. Es funktioniert, nur eben strukturierter. Was ändert sich beim Dating, […]

Bereit für ein neues Abenteuer?
50.000+ aufregende Abenteuer
sind hier bereits entstanden