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Peinliches Gefühl – warum es entsteht und wie du souverän damit umgehst

Ein peinliches Gefühl kennt jeder – dieser Moment, in dem du am liebsten im Boden versinken würdest. Vielleicht hast du dich versprochen, jemandem versehentlich eine zu ehrliche Nachricht geschickt oder bei einem Date das falsche Wort gewählt. Dieses Gefühl der Scham ist uralt. Es schützt uns davor, soziale Regeln zu brechen oder andere zu verletzen. In der Psychologie gilt Scham als eine der stärksten sozialen Emotionen, die eng mit unserem Bedürfnis nach Zugehörigkeit verbunden ist.

Was ist eigentlich ein peinliches Gefühl?

Peinlichkeit entsteht, wenn du glaubst, dass andere dein Verhalten negativ bewerten könnten. Dabei geht es weniger um das tatsächliche Ereignis, sondern um deine eigene Bewertung. Für den einen ist ein falscher Name auf einer Einladung ein kleiner Lapsus, für den anderen eine Katastrophe. Dieses Empfinden ist individuell – und trotzdem universell.

Typische körperliche Reaktionen sind Schamröte, Herzklopfen oder das Gefühl, dass der Kopf plötzlich zu heiß wird. Der Körper reagiert, weil er in Alarmbereitschaft geht: „Gefahr für mein soziales Ansehen!“ So gesehen ist die Peinlichkeit keine Schwäche, sondern ein cleverer Mechanismus. Sie hilft, das Verhalten zu korrigieren und aus Fehlern zu lernen.

Ein kurzer Überblick, wann Peinlichkeit häufig auftaucht

  • Wenn du etwas sagst, das du im nächsten Augenblick bereust
  • Wenn du vor Freunden bloßgestellt wirst
  • Wenn du in einer Gruppe im Mittelpunkt stehst und dich unwohl fühlst
  • Wenn du glaubst, gegen ungeschriebene Regeln verstoßen zu haben

Interessant ist: Die Grenzen zwischen Scham, Schuld und Peinlichkeit sind fließend. Schuld bezieht sich eher auf das, was du getan hast – Scham auf das, was du bist oder glaubst zu sein. Peinlichkeit liegt irgendwo dazwischen.

Im Alltag betrifft das viele Bereiche: von der Arbeit über das Dating bis hin zu privaten Treffen. Niemand ist davor gefeit. Auch Prominente erleben peinliche Augenblicke, nur stehen sie stärker im Rampenlicht. Das zeigt, wie sehr diese Emotion zum Menschsein gehört.

Warum empfinden Menschen Peinlichkeit unterschiedlich stark?

Nicht jeder reagiert gleich stark auf Schamgefühle. Während manche gelassen mit einem peinlichen Moment umgehen, grübeln andere tagelang darüber nach. Das hängt mit mehreren Faktoren zusammen – von Kindheit über Ausbildung bis hin zu kulturellen Normen.

Schon Kinder lernen früh, was „peinlich“ ist. Wenn ein Kind ausgelacht wird, weil es beim Sport stolpert, verknüpft es das mit einem unangenehmen Gefühl. Jugendliche erleben diese Emotion besonders intensiv, weil sie in einer Phase sind, in der die Meinung anderer enorm wichtig ist. In dieser Zeit entsteht das Grundmuster, wie du später im Leben mit Scham umgehst.

In vielen Kulturen gilt Scham als soziale Bremse – sie zeigt an, wo die Grenzen liegen. In anderen wird sie eher als Schwäche gesehen. Das erklärt, warum ein peinliches Verhalten in einer Kultur harmlos sein kann, während es in einer anderen als respektlos gilt. Auch innerhalb einer Gesellschaft unterscheiden sich die Maßstäbe: Ein offener Witz unter Freunden kann im Büro ganz anders wirken.

Auf die Persönlichkeit kommt es an

Wie stark du Peinlichkeit empfindest, hängt zudem mit deiner Persönlichkeit zusammen. Menschen mit einem stabilen Selbstwert nehmen Scham eher als kurzzeitiges Signal wahr. Wer unsicher ist, bezieht die Peinlichkeit schnell auf sich als Person: „Ich bin dumm“ statt „Ich habe mich versprochen“. Diese Verschmelzung zwischen Verhalten und Identität verstärkt das unangenehme Gefühl.

Ein weiterer Punkt ist die Erfahrung. Wenn du gelernt hast, dass peinliche Situationen kein Weltuntergang sind, bleibst du gelassener. Wer hingegen oft beschämt wurde – etwa in der Schule oder Familie – reagiert empfindlicher. Auch Erwartungen spielen eine Rolle: Je perfekter du wirken willst, desto härter triff dich jeder kleine Patzer.

Faktoren, die das Empfinden beeinflussen können:

  • Erziehung und frühe Erfahrungen: Wie wurde mit Fehlern umgegangen?
  • Persönlichkeit: Introvertiert oder extrovertiert, sensibel oder robust?
  • Selbstwertgefühl: Wie sicher fühlst du dich in sozialen Situationen?
  • Kulturelle Normen: Welche Verhaltensregeln gelten in deinem Umfeld?
  • Erwartungen: Wie stark willst du Kontrolle behalten oder gefallen?

Interessanterweise kann sich das über die Zeit verändern. Erwachsene, die gelernt haben, sich selbst zu akzeptieren, reagieren entspannter als in der Jugend. Das zeigt, dass Scham nicht statisch ist, sondern mit dir wächst. Und genau darin liegt eine Chance: Wenn du verstehst, warum dich ein peinlicher Augenblick so trifft, kannst du anders damit umgehen – vor allem in Beziehungen, wo Authentizität oft mehr zählt als Perfektion.

Wann wird ein peinliches Gefühl zum Problem?

Ein peinliches Gefühl gehört zum Leben dazu – aber manchmal wird daraus mehr als nur ein kurzer Moment der Verlegenheit. Wenn du ständig Angst hast, etwas Falsches zu sagen, zu tun oder zu zeigen, kann Scham dein Verhalten kontrollieren. Dann geht es nicht mehr um einzelne Situationen, sondern um ein Muster: Du vermeidest Aufmerksamkeit, sprichst nicht offen über Gedanken oder sagst Treffen ab, weil du dich unwohl fühlst.

Experten aus der Psychologie sehen darin eine Grenze zwischen gesunder und übersteigerter Scham. Ein gewisses Maß an Scham hilft, das Zusammenleben zu steuern. Zu viel Scham kann dagegen den Selbstwert schwächen und das Vertrauen in andere erschweren. Besonders in Beziehungen oder beim Dating wird das sichtbar: Wer sich schnell für eigene Gefühle schämt, zieht sich oft zurück, bevor Nähe entstehen kann.

Es gibt auch körperliche Begleiterscheinungen. Dauerhafte Scham zeigt sich nicht nur im Verhalten, sondern kann Müdigkeit, Anspannung oder einen flauen Magen auslösen. Der Körper reagiert, weil er ständig auf „Alarm“ eingestellt bleibt. Das kostet Energie – und kann dich im Alltag blockieren.

Ein Beispiel aus dem echten Leben

Ein Beispiel: Du sitzt in einer Besprechung und willst eigentlich eine gute Idee vorstellen, traust dich aber nicht, weil du fürchtest, dich zu blamieren. Später ärgerst du dich über dein Schweigen. Dieses Wechselspiel zwischen Scham und Selbstvorwurf ist typisch. Es entsteht, wenn du dich zu stark auf mögliche Fehler konzentrierst, statt auf den Inhalt.

Auch Schuld spielt eine Rolle. Während Scham oft mit dem eigenen „Sein“ verknüpft ist („Ich bin komisch“), bezieht sich Schuld auf das Tun („Ich habe etwas falsch gemacht“). Wenn sich beides vermischt, kann daraus ein Kreislauf entstehen, in dem du dich selbst in Frage stellst. In der psychotherapeutischen Arbeit wird Scham deshalb häufig als ein Thema betrachtet, das eng mit Selbstbild und erlernten Mustern verbunden ist – kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Hinweis darauf, dass du soziale Regeln sehr genau wahrnimmst.

Woran du erkennst, dass Scham zu viel Raum einnimmt:

  • Du denkst lange über kleine Missgeschicke nach
  • Du entschuldigst dich übermäßig, auch wenn es keinen Grund gibt
  • Du vermeidest Situationen, in denen du auffallen könntest
  • Du nimmst dich selbst härter wahr als andere
  • Du fühlst dich schuldig, ohne etwas falsch gemacht zu haben

Wenn du dich hier wiederfindest, kann es helfen, genauer hinzuschauen. Nicht, um dich zu analysieren, sondern um zu verstehen: Woher kommt dieses Muster? Vielleicht hast du in der Vergangenheit oft erlebt, dass andere dich für kleine Dinge kritisiert haben. Oder du stellst hohe Erwartungen an dich selbst. Beides kann dazu führen, dass ein harmloser Augenblick übergroß wirkt.

Der erste Schritt aus der Dauerschleife ist, das peinliche Gefühl als normales Signal zu erkennen. Es bedeutet nicht, dass du „falsch“ bist – nur, dass du dich gerade in einem sozialen Spannungsfeld befindest. Und genau da lässt sich ansetzen.

Peinlich im Alltag – wie du besser damit umgehen kannst

Es gibt keinen Trick, mit dem du Scham einfach abschaltest. Aber du kannst lernen, anders damit umzugehen – und sie sogar zu deinem Nutzen einsetzen. Peinlichkeit zeigt dir, wo dir etwas wichtig ist. Wenn dir ein Moment egal wäre, würdest du dich nicht schämen. Dieses Gefühl kann also ein Wegweiser sein: für Werte, Wünsche oder persönliche Grenzen.

Der Umgang mit Peinlichkeit beginnt in deinem Kopf. Statt dich selbst zu verurteilen, hilft es, den Moment als neutral zu betrachten. Ja, du hast dich versprochen, ja, jemand hat gelacht – und trotzdem ist nichts Schlimmes passiert. Solche Perspektivwechsel nehmen dem Gefühl die Macht.

Psychologisch betrachtet erfüllt Scham eine klare Funktion: Sie fördert das soziale Gleichgewicht. In Maßen hilft sie, empathisch zu bleiben und Rücksicht zu nehmen. Zu viel davon hemmt, zu wenig kann rücksichtslos machen. Die Balance liegt irgendwo dazwischen – dort, wo du dich über etwas ärgerst, aber trotzdem weitermachen kannst.

Sofort-Hilfe-Tipps für peinliche Situationen

  1. Atme ruhig weiter. Dein Körper reagiert instinktiv – langsames Atmen signalisiert: „Alles gut.“
  2. Mach dich nicht kleiner, als du bist. Ein ehrliches Lächeln oder eine kurze Bemerkung („Oh, das war ungeschickt“) entspannt die Lage.
  3. Bleib im Moment. Denk nicht darüber nach, was andere vielleicht denken. Die meisten vergessen kleine Patzer schneller, als du glaubst.
  4. Lenk dich ab. Konzentriere dich auf das nächste Thema oder Gespräch.
  5. Nutze Humor, aber nicht gegen dich selbst. Ein leichter Spruch hilft, aber Selbstabwertung verstärkt das Gefühl.

Langfristig hilft, deinen Selbstwert zu stärken. Wenn du weißt, dass du Fehler machen darfst, wird Scham weniger bedrohlich. Auch Gedanken spielen eine Rolle: Statt dich zu fragen „Warum passiert mir das immer?“, kannst du denken „Interessant, was mein Körper gerade zeigt.“ Dieser kleine mentale Schritt verändert den gesamten Eindruck.

Hilfreich ist auch, offen über Peinlichkeit zu sprechen – besonders in Beziehungen und beim Kennenlernen. Wenn du jemandem erzählst, was dich verunsichert, verliert das Thema an Gewicht. Viele Situationen, die uns furchtbar unangenehm erscheinen, wirken auf andere harmlos oder sogar sympathisch. Gerade beim Dating kann Authentizität den entscheidenden Unterschied machen. Wer über kleine Missgeschicke lachen kann, wirkt nahbar und selbstbewusst.

Im Alltag ist Peinlichkeit also kein Feind, sondern ein Spiegel. Sie zeigt dir, was dir wichtig ist – und erinnert dich daran, dass keiner perfekt ist. Mit der Zeit lernst du, sie als Begleiter zu sehen, der dich daran erinnert, dass du ein Mensch bist – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Fremdscham – warum dir die Peinlichkeit anderer so unangenehm sein kann

Es gibt Momente, in denen du dich fremdschämst – obwohl du gar nichts getan hast. Jemand erzählt auf einer Party einen schlechten Witz, ein Freund verhält sich laut im Restaurant oder ein Kandidat in einer TV-Show macht sich zum Gespött. Du merkst, wie sich in dir etwas zusammenzieht. Diese Emotion nennt man Fremdscham.

Fremdscham ist eng mit Empathie verbunden. Dein Gehirn reagiert auf das Verhalten anderer, als wäre es dein eigenes. Forschende erklären das mit sogenannten Spiegelneuronen: Sie aktivieren ähnliche Bereiche im Kopf, die auch bei eigener Peinlichkeit aktiv werden. Du empfindest also Scham in Anwesenheit einer anderen Person – obwohl du objektiv gar nicht betroffen bist.

Interessant ist, dass Fremdscham etwas über deine eigenen Werte verrät. Du reagierst besonders stark, wenn jemand gegen Regeln oder Normen verstößt, die dir selbst wichtig sind. Das kann Respekt, Zurückhaltung oder soziale Etikette sein. Wenn jemand in der Öffentlichkeit unangemessen laut redet, entsteht in dir automatisch ein Unbehagen – als würdest du selbst am Pranger stehen.

Fremdscham tritt in vielen Bereichen auf: im Alltag, in den sozialen Medien oder in Dating-Situationen. Gerade dort, wo Menschen sich zeigen und bewertet werden, entsteht schnell ein Gefühl von „Das hätte ich niemals so gemacht“. Dabei ist Fremdscham kein Zeichen von Überheblichkeit, sondern Ausdruck sozialer Sensibilität. Du spürst, dass Grenzen überschritten wurden – vielleicht in Worten, vielleicht in Verhalten.

Typische Situationen, in denen Fremdscham auftritt

  • Eine Person blamiert sich in der Öffentlichkeit, während du danebenstehst
  • Jemand erzählt intime Details, die eigentlich privat bleiben sollten
  • In Videos oder Reality-Formaten benehmen sich Menschen unpassend
  • Ein Freund macht einen unüberlegten Kommentar in einer Gruppe
  • Beim Date sagt jemand etwas, das völlig unpassend wirkt

Solche Momente sind unangenehm, aber sie erfüllen einen Zweck. Sie erinnern daran, wie stark soziale Regeln wirken – und wie fein abgestimmt unser Gespür für die Reaktion anderer ist. Manche empfinden Fremdscham intensiver als andere. Das hängt mit der Fähigkeit zusammen, sich in Menschen hineinzuversetzen. Wer viel Mitgefühl hat, erlebt die Emotion unmittelbarer.

Der beste Umgang damit ist, innerlich kurz auf Distanz zu gehen. Du musst das Verhalten der anderen nicht übernehmen. Ein gedanklicher Schritt zurück – „Das ist ihr Moment, nicht meiner“ – hilft, das Gefühl zu stoppen. Denn am Ende zeigt Fremdscham vor allem eines: Du nimmst dein Umfeld sensibel wahr.

Was du aus peinlichen Momenten lernen kannst

Jede Peinlichkeit hat zwei Seiten: den unangenehmen Augenblick und die Chance, daraus etwas mitzunehmen. Selbst wenn du dich am liebsten unsichtbar machen würdest – genau solche Erfahrungen fördern Entwicklung. Peinlichkeit zeigt, dass dir dein Eindruck bei anderen wichtig ist. Das ist nichts Negatives, sondern eine natürliche soziale Reaktion.

Viele Menschen glauben, sie müssten peinliche Erinnerungen am besten verdrängen. Dabei steckt gerade darin ein großes Lernpotenzial. Wer reflektiert, warum ein bestimmtes Verhalten unangenehm war, kann sein Selbstbild klarer einordnen. So werden aus kleinen Fehltritten wertvolle Hinweise für das eigene Wachstum.

Ein klassisches Beispiel: Du erzählst bei einem Date etwas, das du später als unpassend empfindest. Im ersten Moment willst du es vergessen, doch beim Nachdenken merkst du, was dich wirklich gestört hat – vielleicht der Wunsch, perfekt zu wirken oder die Angst, falsch verstanden zu werden. Das zu erkennen, ist oft wichtiger als der eigentliche Vorfall.

Peinliche Situationen können sogar Verbindung schaffen. Wenn du einem anderen von deinem Missgeschick erzählst, entsteht oft das Gegenteil von Distanz: echte Sympathie. Niemand ist gern perfekt – wir vertrauen eher Menschen, die über sich selbst lachen können.

Auch der Blick in die Vergangenheit hilft. Statt dich zu fragen, „Warum war ich so dumm?“, kannst du dich fragen, „Was habe ich daraus gelernt?“ Selbstakzeptanz bedeutet nicht, alles gutzufinden, sondern sich als Mensch mit Ecken und Kanten anzunehmen.

Fünf Wege, Peinlichkeit konstruktiv zu nutzen

  1. Reflektiere ohne zu werten. Frage dich: Was hat mich in diesem Moment so getroffen?
  2. Sprich darüber. Wenn du eine peinliche Geschichte teilst, verliert sie ihre Macht.
  3. Lerne den Unterschied zwischen Fehler und Persönlichkeit. Ein Fehltritt sagt nichts über deinen Wert.
  4. Erkenne den Nutzen. Peinlichkeit zeigt, wo du wachsen kannst – beruflich, sozial oder emotional.
  5. Trainiere Selbstakzeptanz. Je mehr du dich annimmst, desto weniger Bedeutung hat Fremdurteil.

Mit der Zeit werden peinliche Erinnerungen zu Erfahrungen, die dich souveräner machen. Selbst wenn dein Herz im Augenblick bis zum Hals schlägt – es geht vorbei. Der Körper beruhigt sich, die Situation vergeht, und was bleibt, ist eine kleine Erinnerung daran, dass keiner unfehlbar ist.

Ein stabiler Selbstwert ist hier entscheidend. Wer sich selbst vertraut, kann über Missgeschicke lachen, ohne den Kopf hängen zu lassen. Und genau das ist die Haltung, die dich im Leben weiterbringt – in Beziehungen, im Job und überall dort, wo Menschen zusammenkommen.

Peinlich vor Freunden, im Job oder in der Beziehung – was hilft wirklich?

Ob im Büro, auf einer Party oder beim Date – Peinlichkeiten kennen keine Grenzen. Doch der Umgang damit hängt stark vom Kontext ab. In Beziehungen oder Freundschaften kann ein falscher Satz schnell unangenehm wirken, im Berufsleben manchmal sogar heikle Folgen haben. Entscheidend ist, wie du reagierst – nicht, dass dir nie ein Fehler passiert.

In Freundeskreisen ist Peinlichkeit oft harmlos. Wenn du dich bei Freunden versprichst oder ein peinliches Erlebnis erzählst, entsteht meist eher Nähe als Distanz. Gerade dort, wo Vertrauen herrscht, wird das gemeinsame Lachen über kleine Missgeschicke zum Teil der Beziehung. Wichtig ist nur, dass du dich selbst nicht zu sehr herabsetzt. Wer über sich lachen kann, zeigt Stärke – wer sich dauerhaft kleinmacht, schwächt den eigenen Selbstwert.

Im Beruf sieht das anders aus. Ein Patzer in einer Präsentation, ein unpassender Kommentar oder eine unglückliche Formulierung vor Vorgesetzten kann unangenehme Folgen haben. Hier hilft, souverän zu bleiben: einmal klarstellen, dann weitermachen. Niemand erwartet Perfektion, aber jeder merkt, wenn du dich professionell fängst. Zu viel Selbstkritik macht die Sache nur größer.

Beim Dating ist Peinlichkeit fast unvermeidlich – und oft sogar sympathisch. Wenn du dich beim ersten Treffen verschluckst oder den falschen Namen sagst, ist das kein Drama. Solche Momente zeigen, dass du nervös bist, weil dir die Person wichtig ist. Das kann charmant wirken, solange du ehrlich bleibst und dich nicht verstellst. Authentizität schafft mehr Verbindung als ein perfekt inszenierter Auftritt.

Drei praxisnahe Schritte zum besseren Umgang mit Peinlichkeit

  1. Reagiere ruhig. Selbst wenn dein Herz kurz rast, bleib äußerlich entspannt. Atem und Haltung beeinflussen dein Empfinden.
  2. Benenne, was passiert ist. Ein kurzer Satz wie „Das war jetzt etwas unglücklich“ reicht völlig. Offenheit entwaffnet.
  3. Lenke den Fokus zurück auf den Inhalt. Wenn du im Gespräch bleibst, verlierst du die Kontrolle nicht an den Moment.

In allen sozialen Bereichen gilt: Scham ist keine Schwäche. Sie zeigt, dass du Verantwortung übernimmst und sensibel auf die Reaktion anderer achtest. Wer seine eigenen Grenzen kennt, erkennt auch die der anderen. Damit entwickelst du eine Form von sozialer Intelligenz, die in jeder Beziehung – privat oder beruflich – wertvoll ist.

Ein peinlicher Moment ist also kein Rückschritt. Er zeigt, dass du lebst, lernst und dich einbringst. Selbst wenn du denkst, alle hätten es gesehen: In Wirklichkeit ist es meist nur ein flüchtiger Eindruck, der schnell verblasst. Menschen achten weit weniger auf deine kleinen Fehler, als du glaubst.

Fazit – Peinlichkeit gehört zum Leben dazu

Ein peinliches Gefühl ist kein Makel, sondern Teil menschlicher Kommunikation. Scham ist die andere Seite von Bewusstsein – sie erinnert dich daran, dass du in Verbindung mit anderen stehst. Ohne sie gäbe es kein Gespür für Grenzen, Respekt oder Rücksicht.

Wer Peinlichkeit akzeptiert, gewinnt innere Freiheit. Du musst dich nicht an überzogene Erwartungen anpassen, um respektiert zu werden. Wichtiger ist, dich selbst zu verstehen: Warum reagierst du in bestimmten Momenten so stark? Und was sagt das über deine Werte?

In der Psychologie wird Scham als soziale Emotion beschrieben, die Orientierung gibt. Wenn du sie richtig einordnest, kannst du sie nutzen, statt dich von ihr blockieren zu lassen. In einer Welt, in der vieles öffentlich geteilt wird, hilft das, authentisch zu bleiben – ohne dich selbst ständig unter Druck zu setzen.

Auch online oder auf sozialen Seiten zeigt sich das Thema. Viele Menschen haben Angst, durch ein unbedachtes Wort an den digitalen Pranger gestellt zu werden. Umso wichtiger ist Selbstakzeptanz: zu wissen, dass kein einzelner Augenblick deine ganze Persönlichkeit definiert.

Letztlich ist Peinlichkeit ein Teil der menschlichen Dimension – sie gehört zu jeder Runde, zu jedem Gespräch, zu jeder Erfahrung. Sie verbindet Menschen, weil sie zeigt, dass keiner über den Dingen steht. Selbst berühmte Autorinnen oder Experten berichten davon, wie sie sich schon in harmlosen Situationen geschämt haben. Und genau das macht uns menschlich.

Wenn du also das nächste Mal errötest, weil dir ein Missgeschick passiert: Lass es zu. Atme, lächle und geh weiter. Peinlichkeit ist kein Hindernis auf dem Weg zu Selbstvertrauen – sie ist ein stiller Begleiter, der dir zeigt, dass du fühlst, denkst und dich entwickelst.

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